Montag morgens am Schlachtensee

Viele interessante Orte gibt es in der Stadt. Heute vorgestellt: der beliebte Schlachtensee.

Ab und an trabt selbst der Designer morgens um den Schlachtensee, kommen Ihm dabei manchmal doch die ein oder andere gute Idee – hier ein Reisebericht.

Besonders schön ist der Montagmorgen am See. Am Nordufer trifft man auf die Fraktion der Hundebesitzer, deren lustig herumtollenden Vierbeiner eifrig bemüht sind, die ausgedörrten – damit beinahe olfaktorisch einwandfreien – Kothaufen und Urinpfützen durch frisches Material zu ergänzen. An den wenigen hundefreien Stellen trifft man mit etwas Glück auf eine Sonderausstellug von Schiesser-Feinripp Unterwäsche. Diese in unterschiedlichen Größen und Formen in den Zweigen drapierten Stücke sind aber nicht im Verkauf, sondern gehören wahrscheinlich der Seniorengruppe, die in kurzer Entfernung zum Ufer vor sich hinplanscht.

Auf dem weiteren Weg hat man Gelegenheit, die am Wochenende versäumte Tagespresse zu überfliegen, vielfach kann man zumindest die Headlines an mehreren Plätzen auf dem Weg ausgebreiteten oder in den Büschen hängenden Exemplaren erhaschen. Wer knapp bei Kasse ist, nimmt sich eine der vielen Pfandflaschen mit. Mit etwas Glück findet sich auch noch ein Einkauswagen der am Südufer gelegenen nahen Discounter – damit lassen sich auch größere Funde leicht bewegen.

Am Ostufer kann man dann die Terasse eines Gastronomischen Betriebes durchqueren – hier freut man sich über das kurze zigarettenkippenfreie Wegesstück.

Am folgenden Südufer kommen die ersten Badegäste aus den umliegenden Häusern zur Morgenstunde gerne in Bademantel und Badeschlappen, treffen dabei auf die Übernachtungsgäste die es sich im Sand gemütlich gemacht haben zwischen muffelnden Handtüchern und klebrigen, brauereiseitig mit Grapefruchtsaft versetztem Hefebierresten oder ähnlichem Alkopops Flaschen, samt deren Verpackungsmaterial.

Weiter folgend dem Uferweg, den zur kühleren Jahreszeit auch der ein oder andere Angler besucht – die würden jetzt wahrscheinlich eher Bismarckhering, Rollmops und die seltenen Schillerlocken an Land ziehen – kommt man an dem Bootsverleih vorbei.

Wer Glück hat, überholt noch die sechzehn Mann starke Truppe, die jeden Morgen Ihre Bahn um den See zieht, um die Überbleibsel der ein oder anderen Orgie fachgerechter zu entsorgen als die ursprünglichen Besitzer dazu in der Lage waren – hier meine besonderen Dank an die Mannschaft für die sicher nicht immer angenehme Arbeit.

Der Vorher-, Nachher-Effekt lässt sich bei dem Überhohlvorgang jedenfalls beindruckend nachvollziehen.

Jetzt stolpert man weiter über das ein oder andere Häufchen vergangener Mahlzeiten und kann seine Runde am Westufer beenden – hier ist dann auch der Ablauf des Sees – das Wasser hat jetzt keine weiteren Hundebadestellen und Picknickstrände mehr vor sich sondern fließt weiter in die Rehwiese – wo es dann unterirdisch abgepumpt wird um dann dem Berliner Trinkwasser zugeleitet zu werden.

Prost – Berlin ich liebe dir…

Hertha drauf!

Hertha geht – tja schade eigentlich. Obwohl mich Fußball nicht vom Sofa reißt und mir noch kein einzigstes Hertha Spiel angesehen habe (nichts gegen die Jungs – ich sehe mir auch andere Spiele nicht an…).
Jetzt also nicht nur arm sondern zudem noch Loser der Bundesliga. Die Liste der möglichen Schuldigen ist lang, Trainer, Vorstand, Spieler, Harter Boden und was weiß ich nicht alles.
Dabei spielt Hertha gar nicht so schlecht – sagt man, nur mit den Toren hapert es eben.
Tja – und nun der wahre Grund woran es liegt! Erstaunlicherweise verliert der Verein ja relativ häufig auf heimischen Boden. Und das liegt: an der Farbe! Genau! Nach Umbau des Stadions wurde die Laufbahnfarbe geändert – vom klassischen Rot zum Herthaner Blau!
Markenpolitisch nicht schlecht – nur hat sich wohl noch keiner Gedanken über die Farbwirkung gemacht. Blau harmonisiert, entspannt und lässt einen sogar gut einschlafen! Na denn gute Nacht liebe Spieler!
Das alte Rot hingegen wirkt belebend, stimulierend und weckt “Urkräfte” – muss man nur den Designer fragen – rechtzeitig! Erspart man sich den Abstieg in die 2te Liga! ;)

Spanische Allee

Die Ruinen von Guernica; Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), Bild 183-H25224

Unsere Adresse ist nicht die beste – jedenfalls was die Namensgeschichte angeht. Klingt Spanische Allee doch erst mal nach Urlaub, südländischem Flair und etwas Entspannung.
Die Geschichte der Namensgebung ist nur leider nicht entspannend, wurde doch die ehemalige Wannseestraße 1939 unter dem Hitler-Nazi Regime umgetauft. Zu den zweifelhaften Ehren der “Legion Condor” aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Die Elitetruppe Görings hatte am 26. April 1937 die baskische Stadt Guernica dem Erdboden gleichgemacht.
Um daran zu erinnern, sollte an der Ecke Spanische Allee und Wasgenstraße eine Gedenktafel aufgestellt werden.
Bisher wurde aber zumindest dieser zaghafte Aufklärungsversuch durch die CDU Mehrheit im Kulturausschuss des Bezirke behindert.
Der CDU war die geplante Tafel von 50 x 70 cm viel zu – man glaubt es kaum – groß!
Wie klein darf denn eine Tafel zur Aufklärung und letztlich zur Verhinderung weiteren Rechtesxtremismus sein, um in den Augen der CDU Gnade zu finden?
Eigentlich dürfte das doch gar nicht groß genug sein, nachts noch beleuchtet bis es jeder gelesen hat.
Uns bleibt solange nichts anderes übrig als weiter Aufklärung ob der Herkunft des Namens zu betreiben.
Sie auch Berliner Zeitung; Luise Berlin
Das Bild 183-H25224 vom Deutsches Bundesarchiv (German Federal Archive), ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland lizenziert.

Wieder was gelernt

Ich Grünschnabel dachte ja eigentlich schon eine halbwegs abgeklärte Sicht auf die viele Dinge in der Kommunikations- und Werbebranche zu haben, wurde aber wiedermal, dank pr-ide, eines Besseren belehrt.  Wie allgemein bekannt, fand ja letzte Woche die ITB statt.

Nachdem die Eröffnungsfeier schon Eindruck bei mir hinterlassen hatte, konnte ich am letzten Freitag dann auch über den Rest der Messe staunen. Von all den Ständen und Auftritten diverser Dienstleister und ganzen 187 repräsentierten Ländern, war es der MTV-Stand, der mich am meisten fesselte. Nicht, weil dort die Musik am lautesten war, sondern weil es dort einen trocken-sachlichen Vortrag gab. In diesem Vortrag erklärte eine junge Dame, wie groß der Einfluss von MTV auf die Jugend sei und wie gerne  MTV diesen Einfluss verkauft. Destinations, Städte und Länder haben die Möglichkeit, beispielsweise einen Award, oder eine Show, bei sich austragen zu lassen, um so ihre Reputation bei  12-24 Jährigen zu verbessern, was sich wohl in spürbar steigenden Buchungen äußert.  Ich war etwas entsetzt. Ist mein geliebtes MTV etwa tatsächlich auch nur ein Apparat und Instrument, um (dumme,  junge) Kunden zu manipulieren?!? Keine marketingfreie Zone mehr, nicht mal mehr in der Jugendkultur möglich? Naja … hätte ich mir ja eigentlich auch denken können.

Dreck nach Winter macht die Werber munter


Das sich im Kampf gegen Glätte und Weiß nach dahin schmelzen der beiden einige Überreste der Kampfmittel angesammelt haben ist sicher schon dem ein oder anderen aufgefallen. Dazu noch Hundekot,  Sylvesterböller und was sonst noch so liegen geblieben ist zwischen den Jahren.

Das sieht nicht immer appetitlich aus – auch der Verkäufer der Obdachlosen Zeitung “Straßenfeger” betrachtet die Berge neben seinem Dauerstellplatz in der Warmulftvorhangswolke des Supermarkets skeptisch.

Der Kreative an sich bleibt davon ja immer unberührt und zieht sogar neue tolle Ideen daraus – heute waren es die Kollegen aus der Werbung. Schmutz ist blöd – hat sich da wahrscheinlich einer gedacht, will ich nicht haben – was macht man dagegen? Genau, Fußabtreter vor jedes Auto legen, mit einer lustigen Werbebotschaft dass man seine jetzt gesäuberten Treter ja auch zu einer Probefahrt kutschieren kann.
Das find ich toll – das Auto bleibt sauber!
War natürlich nur ironisch gemeint, im Grunde genommen ist diese Aktion ziemlich bescheuert – ich hatte nämlich keinen Fußabtreter vor meiner Fahrertür! Also bitte morgen beim Mattenwechsel mir auch eine! Oder bleiben die Dinger etwa einfach liegen??

Vom gesellschaftlichen Aufstieg im Süden Berlins

…träumt natürlich jeder Praktikant. Jemand sein, Etwas darstellen, der Bedeutungslosigkeit entfliehen und den faden Geschmack des Bodensatzes  einer jeden Hierarchie zu vergessen.

Ich habe es geschafft! Nun, da pr-ide an den Schlachtensee gezogen ist, ist meine Bedeutung um das Dreifache gestiegen. Törichte, Unwissende mögen sich jetzt fragen, wie ich darauf komme. Woran, fragen sie,  misst man den Wert eines Menschen? Narren! Ganz offensichtlich an der Anzahl der Monitore, vor denen er arbeitet! Ichverfüge  nun über die geballte Power von zwei 19 Zoll Monitoren und einem Laptop.

Wer will mich jetzt noch stoppen?! Welcher Praktikant kann das übetreffen?

Angst vor den Panzerknackern

Neulich, an einem ganz normalen Bürotag, hatten wir hier bei pr-ide einen sehr dubiosen Gast. Die Tür ging auf und als ich von meinem Laptop aufblickte, musste ich unweigerlich an Kater Carlo aus Entenhausen denken. Ein etwas dickerer Mann, mit Hut und Sonnenbrille, grinste uns verschmitzt entgegen. Sein Drei-Tage-Bart und seine schwarz-weiß gestreifte Jogginghose und der somit abgerundete Gesamteindruck weckten wohl diese Assoziation. Ohne große Umschweife, oder Entschuldigungen für die Störung, erklärte er uns, dass er auf einen Anruf warte und den Verdacht habe, sein Handy würde nicht funktionieren. Aus diesem Grund sollten wir ihn doch einmal probehalber anrufen. Dabei ließ er seine Blicke aufmerksam durch das Büro streifen. Wir taten ihm den Gefallen und siehe da, sein Handy klingelte. „Prima“ freute er sich und verschwand dann wieder.

Vielleicht  wollte der Herr wirklich nur sein Handy überprüfen, vielleicht wollte er aber auch einfach nur gucken, was es bei uns so zu holen gibt. Vorsichtshalber haben haben wir besonders gründlich abgeschlossen, damit unser Geldspeicher (den es hier im Büro im übrigen gar nicht gibt!! Anermkung: el chefe)  sicher bleibt ;)