Abweichende Betriebssituation!

“…aufgrund störungsbedingter Fahrplanänderungen kommt es leider im gesamten Streckennetz zu Einschränkungen und Verspätungen.”

Dröseln wir den Satz mal auf, den die S-Bahn auf Ihrer Website verkündet. Störungen bedingen eine Fahrplanänderung. Also was auch immer gestört hat,  jetzt wurde der Fahrplan geändert. Könnte man ja so stehen lassen, wenn das nicht der Grund für Einschränkungen und Verspätungen wäre …
Es sind also nicht die anfälligen Wagen der Bombardier Produktion, auch nicht die Sparmaßnahmen bei der S-Bahn – Nein! Ganz einfach: Es sind die störungsbedingten (vielleicht auch witterungsbedingten) Fahrplanänderungen! Ja warum macht man das denn dann??? ;)

Sind wir ein Volk der Dichter, Denker, Fehlinvestoren und der Übertechnisierer?

Wo in anderen Ländern ein einfacher Aufkleber an der Scheibe reicht, um bezahlte Mautgebühren zu kontrollieren, haben wir Deutschen gerne eine milliardenschwere Investition für eine HighTech Lösung, mit Lesegeräten in Lastwagen, Brückenkonstruktionen über Autobahnen, Wartungs- und Abrechnungsprogrammen und allem, was noch dazu gehört.

In manchen Ländern  ist der Respekt vor den Ordnungshütern hingegen so groß, dass der Anteil der Geschwindigkeitsübertreter überschaubar bleibt. In Berlin hingegen wird für Tunnelraser eine millionenteure Schwarzblitzanlage (kann nur in Deutschland erfunden werden – der Schwarzblitzer) aufgebaut. Hier ist die Investitionskette sogar noch komplexer:  Ohne Tunnel gab es keine Raser, Tunnel gebaut, damit alle schneller fahren können, fuhren dann aber alle zu schnell – also Schwarzblitzanlage her.

In manchen Länder versteht man auch die Diskussion über Entschädigungen bei Zugverspätungen nicht. Weil es die dort nämlich  nicht oder nur vernachlässigbar gering gibt. Wir Deutschen treten der Problematik durch Investitionen in Milliardenhöhe für neue Bahnhöfe entgegen. So bei der des Hauptbahnhofes  in Berlin (des Autors liebster Gegenstand des Spottes) und beim Bahnhof in Stuttgart. Da wäre doch nur folgender klitzekleiner Hinweis auf dem  Ticket vonnöten und jeder hätte vollstes Verständnis für die Investitionen:  „30% des Beförderunsgeldes wurde an Architekten und Bauunternehmer  gezahlt, damit Sie einen  Aufenthalt in angenehmer Shopping-Umgebung haben, während sie auf den Zug warten, der wegen technischer Probleme voraussichtlich  140 Minuten Verspätung hat.”

Für manche Bereiche wurde leider noch keine HighTech Lösung gefunden. Hundehalter müssen vom normalen Streifenpolizisten gebührenpflichtig ermahnt werden, wenn das Tierchen sein Häufelchen liegen lässt – wer will das schon. Auch Zigarettenkippen-Verschleuderer, Hamburgerverpackungs-Vergesser, Einwegflaschenverlierer und Pfandflaschen-Wertevergeuder müss(t)en ebenso wie Papierservietten-Fallenlasser und Kaugummi-Verspucker manuell ermahnt werden. Weiter lesen: “Sind wir ein Volk der Dichter, Denker, Fehlinvestoren und der Übertechnisierer?” »

Bahn rechnet

Hauptbahnhof BerlinNeulich wieder im Hauptbahnhof gewesen – dem nicht mal ein vernünftiger Bahnhofsplatz zugedacht ist – aber das ist eine andere Geschichte.

Es verwundert natürlich nicht das wer solche Schilder aufstellt auch Dächer kürzt und Bahnhofsplätze vergisst. (Aber wie gesagt – nur am Rande vermerkt!)

Stellen wir uns nun den eiligen Reisenden vor, der sieht das Schild – und nun? Elf minus sechzehn dividiert durch Reisezentrum plus eins hochgestellt?

Aber solche Spaßaufgaben erfreuen wohl den Bahnhofsplaner – trumpft er doch auf der anderen Seite des Halb-Wurstgebäudes mit noch einem Hilight auf: Weiter lesen: “Bahn rechnet” »