Die Agenturschrankwand (Renault Trafic) ist praktisch, weil groß und geräumig, aber nun überhaupt nicht für den Stadtverkehr geeignet. Und, in unseren Breitengraden ist auch ein Motorrad nicht immer das Transportmittel der ersten Wahl. Nun gibt es seit Neuestem die Elektormobile – leise, umweltfreundlich und sparsam. Genau das Richtige für die Stadt also. Die Neugierde treibt den Designer heute zu einer Probefahrt mit diesem Zwitter aus Motorrad und Auto. Entwickelte der Designer doch selbst vor Jahrzehnten (!!) bereits ein Stadt-Gefährt namens “CityCar”, von der Industrie im übrigen belächelt und später als Smart als Erfolgsmodell präsentiert.
Hier trifft der twizy von Renault genau den richtigen Nerv. Schmal, minimalistisch und pfiffig kommt das Gefährt auf schmalen Reifen daher.
Für eine Probefahrt gab es das Gefährt mit Türen, auch ohne Türen ist der twizy erhältlich (war aber noch nicht aufgeladen). Und los! Das Fahrgefühl erinnert etwas an das eines Autoscooters vom Rummel, jetzt aber auf der Straße, wo man das Auto einfach nicht hört, nur ein Schnurren vernehmen die Zuschauer, die belustigt am Straßenrand stehenbleiben.
Und die Innengeräusche? Wie ein fernlenkbares Modellauto. Kopfsteinpflaster stellt eine noch erträgliche Belastung dar. Eigentlich klappern mehr die Zähne als der Rest dieses kleinen Autöchens. Der Anzug ist überraschend, da macht die der hohe Anfangsdrehmoment von Elektromotoren bemerkbar.
Da das auffällige Ding noch nicht so verbreitet ist, ist der Aufmerksamkeitsfaktor hoch. Freundliche Blicke und leichtes Grinsen überall. Entsetzte Smart Fahrer, die sich jetzt wie in einem Minivan vorkommen müssen, der ein oder andere Fahrradfahrer der sich erkundigt wie es so ist – das Fahrgefühl. Eine ältere Dame im Eletro-Rollstuhl, die beim Anblick des Gefährtes anfing zu strahlen und freudig dem vorbeisausendenTwizyisten zuwinkte.
Ein Ausflug auf die Autobahn kann man auch ohne Angstmoment unternehmen. Die Windgeräusche sind erstaunlich gering. Die Frisur sitzt, die Sonnenbrille bleibt fliegenfrei.
Tja – alles in allem schon ein Gefährt, das mit dem Will-Ich-Haben Moment ausgestattet ist. Preisliche Verhandlungen mit dem Händler sind einfach – denn es gibt nichts zu verhandeln. Auch, wenn man Witze erzählt und noch so große Versprechungen zu einem Kauf von dem Kauf verschiedenster Fahrzeuge und Freunden, die sicherlich auch ein Auto kaufen werden macht. Der Preis bleibt wie er in der Liste ist.
Eine Frage bleibt aber zum Schluss: Wo bitte soll der Designer die Steckdose einstecken? Es wird wohl eine 10 Meter Verlängerungsschnur mitgeliefert, die macht aber nur dann Sinn, wenn man das Kistelchen direkt vor der Haustür abstellen kann. Wie das dann von den Ordnenden Organen aufgenommen wird, wenn da eine Verlängerungsschnur quer über das Trottoir gespannt wird?
Also, wenn das Problem mit der Ladestaion geregelt ist, dann wird man sich sicherlich nochmal Gedanken machen über eine Umstrukturierung des Agenturfuhrparkes…