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Auf den Hund gekommen

In einer Berliner Stadtteilzeitung (Berliner Woche 28ter April Seite 2) wurde in einem Artikel, der die Problematik freilaufender Hunde an Badestellen aufgegriffen hatte, ein Mann zitiert der sich gegen ein Bußgeld beim Verstoß des geltenden Leinenverbotes aussprach mit folgenden Worten: “Ich zahle 120 Euro Hundesteuer im Jahr. Da erwarte ich auch ein wenig Toleranz.”

Das hat mich dann doch überrascht – war es mir bis dato neu das Steuern zur Erhöhung der Toleranzgrenzen gezahlt werden.  Aber die Griechen machen es mit der Rekordsumme von 10% des BIP als Steuerhinterziehung ja auch vor – nach dem Motto wenn ich schon etwas Steuern gezahlt habe reicht das ja wohl und ich erwarte dafür dann auch etwas Toleranz.

In der Dreißig Zone möchte ich jetzt auch bitte mit 70 km/h durchkacheln dürfen – schließlich zahle ich ja KFZ Steuer, da kann man ja etwas mehr Toleranz  bei der Laser-Messung erwarten.

Jedenfalls ist mir jetzt klar geworden wieso die Milllionenteuren Blitzgeräte im Autobahn-Tunnel Britz “Schwarzblitzer” heißen – das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl – wer mit Schwarzgeld bezahlt darf mit erhöhter Toleranz rechnen…

Die Wahlen in Anführungsstrichen

Eigentlich ist hier nicht der Ort, sich über politische Themen auszulassen, wollten wir ja auch nicht. Aber jetzt muss ich doch. Grandios daneben  ist das folgende Statement vom Auswärtigen Amt vom 19.04. 2010 auf der hauseigenen Website

Zitatanfang,( Quelle Website s.o. Bundesminsiter Westerwelle: Zypernfrage auf dem Verhandlungsweg lösen:)

“Nach den „Wahlen“ in Nordzypern erklärte Bundesaußenminister Guido Westerwelle heute (19.04.) in Berlin … ” -

Und warum werden die demokratisch, offensichtlich ohne besonderen undemokraitschen Vorkommnisse  abgelaufenen Wahlen in Anführungsstriche gesetzt??? Bitte mal eine Erklärung, Herr Westerwelle!!

Asche auf mein Haupt…..

Diese Redensart bekommt zur Zeit eine ganz neue Bedeutung. kommt die Asche doch aus Island und dient nicht dem Zweck um Buße zu tun oder Trauer anzuzeigen.

Obwohl schon Trauer angesagt ist für viele Reisende die jetzt an den Flughäfen festsitzen. Die Stratosphäre könnte jedenfalls aufatmen – wäre da nicht die Asche – wegen der plötzlich aussetzenden Kerosin Abgase.

Warten wir ab – noch zeigt sich die Sonne ab und an am  Berliner Himmel.

iPad – WePad – you don’t get

Es kommt mir manchmal vor wie das Zeitalter der unbrauchbaren Produkte. Vieles wird neuerdings nicht gekauft, weil es einen primären Nutzen hat, sondern weil ein Hype darauf generiert worden ist. Zum Beispiel hat das topaktuelle iPad seinen hohen Marktwert wohl auch, weil man es 2 Stunden nachdem es erhältlich war, zerstören kann und dann mit dem Video der Tat schnell auf ein hohes Ranking bei youtube kommt – oder?

Mit unzerstörten Pads soll man Filme in HD Qualität sehen können – eben nur leider in XS Format. Wer es in der Ladepause seiner ganzen Gadgets mal wieder in ein reelles Kino geschafft hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass auch der größte Plasma-Bildschirm nicht an eine gute Kinoleinwand herankommt – ganz zu schweigen von der immer populärer werdenden DVD Betrachtung auf dem Laptop.

Mein Mobiltelefon weiß wo es ist, was es  in der näheren Umgebung noch so gibt, kann davon ein Foto machen und dies in meinen sozialen Netzen verbreiten. Wer dann noch ein Tool wie Google Latitude nutzt kann dann auf dem Minidisplay sehen wie sich seine Freunde von dem eigenen Standpunkt fluchtartig entfernen – wahrscheinlich aus Angst auch mit dem wenig schmeichelhaften Objektiv verewigt und veröffentlicht zu werden.

Das 10 Jahre alte Mobiltelephon, welches ich noch besitze, kann natürlich nicht damit aufwarten – aber das monochrome Display lässt sich prima auch im hellsten Sonnenlicht ablesen. Die Akkulaufzeit erlaubte auch mal fast 10 Tage Erreichbarkeit fernab jeglicher Ladestation.

Zusammenfassend: Bei vielen Geräten geht die Entwicklung dahin, immer mehr Funktionen anzubieten, aber die nicht unbedingt besser.

Woran das wohl liegt? Meine These – wir wollen doch alle nur spielen – nur das Zugeben fällt uns schwer.

Dabei ist es doch ein schöner Entschuldigungsgrund, wenn das barcode-scannende Komunikations-Brikett mir den Weg zum nächsten Discounter weist, bei dem ich dann geduldig in der Schlange wartend, Textkorrekturen vornehmen kann. So kann ich die Anschaffung ja rechtfertigen. Naja, und dann ist der abwischbare Glasuntersetzer mit 10 Stunden Akkulaufzeit erst recht ein must-have!

comming soon: Sammelcontainer für ausgelesene E-Books!

Avus gesperrt

Verhalten der Glienicker See-Anwohner zum Vorbild?!

„Viele wollen Ihre Ruhe haben und ertragen keine Spaziergänger auf dem öffentlichen Weg zwischen dem eigenen Grundstück und dem Glienicker See. In einer Nacht- und Nebel-Aktion gruben deswegen die Hausbesitzer kurzerhand besagten Weg um und sperrten ihn für das gemeine Volk. Dies nahm Willi H. Harison, Sprecher der bis dato unbekannten Bürgerbewegung, zum Vorbild für die Sperrung der Avus. „Der Verkehr störte uns schon lange“, so lautet Harison´s lapidare Begründung.

Glienicker Brücke; Foto:  Markus Schweiss

Glienicker Brücke; Foto: Markus Schweiss

In den späten Abendstunden des 31.03. trafen die ersten Baufahrzeuge an der Ausfahrt Spanische Allee ein. Gegen 23:30 wurde die gesamte Strecke von einem privaten Unternehmen abgesperrt, letzte freie Ausfahrt Richtung Zentrum war damit Potsdam Babelsberg.
Bis 0:00 Morgens konnte der Verkehr noch aus Berlin heraus ungehindert fließen. Dann aber war auch diese
Strecke ab AF Hüttenweg blockiert.
In Abständen von 15 Metern wurde der Belag der AVUS systematisch zerstört.
„Wir wollen damit ein Zeichen setzen, die Regierung kann nicht länger die Bedürfnisse der Bewohner von Villengegenden ignorieren und unverhältnismäßigen Geräuschen aussetzen“, so der Sprecher.
Damit hat wohl das Beispiel der Selbsthilfe-Aktion der Glienicker Seen-Uferweg Anwohner Schule gemacht.

Aus Designerkreisen wurde in diesem Zusammenhang bekannt, dass eine Gruppe Radikaler Gestalter (GRG) mit Spraydosen unterwegs sind. Diese Dosen sind mit einem synthetisch erzeugten Duftstoff gefüllt der
chemisch den Aussonderungen derer Analdrüsen verwandt ist und einen ähnlich penetranten Gestank ausdünsten. Die künstliche Variante zeichnet sich durch ihre extreme Haftfähigkeit und Beständigkeit aus.
Die Gruppe möchte damit Zeichen setzten und – wie sie es ausdrückt – schlecht gestaltete Gegenstände olfaktorisch auf das gleiche Niveau bringen.

Das Bild Glienicker Brücke von Markus Schweiss, ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland lizenziert.