Die Entwicklung des Internets und die Explosion seiner Möglichkeiten und Anhänger, ist wohl mit nichts zu vergleichen. Innerhalb weniger Jahre hat das World Wide Web alles auf den Kopf gestellt. Im rasenden Tempo strukturiert sich die globale Wirtschaft um und Firmen die gestern noch rentabel funktioniert haben, sind heute Schnee von gestern. Verantwortlich für die Entwicklung und Gestaltung der vernetzten Welt, waren bis dato Menschen, die ohne diese Technologien aufgewachsen sind. In ihrer Kindheit und Jugendzeit gab es keine Computer, nur in den seltensten Fällen hatten sie Zugang zu Geräten, die über ein Festplattenvolumen von vielleicht 20mb verfügten.
Nun aber tritt eine neue Generation von Menschen in die Arbeitswelt: die Digital Natives. Digital Native, das bedeutet so viel wie digitaler Ureinwohner. Diese Generation ist mit dem Internet, Computern und Social Networks aufgewachsen. Kein Schüler, der nicht bei SchuelerVZ.net ist, kein Student, der nicht wireless mit seinem Laptop online geht. Diese Generation hat Bits im Blut und mit ihrer jugendlichen Lernfähigkeit wird abzuwarten sein, welchen Einfluss sie auf die kommenden Entwicklungen haben werden. Ein deutlicher Unterschied, zu Menschen, die sich Wissen und Fähigkeiten über das Internet erst im Berufsalter aneignen mussten, ist beispielweise das Verständnis des Web. Für viele Berufstätige gilt es als ein absolutes Muss, Internet-affin zu werden. Man versucht Schritt zuhalten und will es tunlichst vermeiden, als altmodisch dazustehen. Sie sind die sogenannten “Digital Immigrants”. Ihr Eifer übersteigt jedoch das Nutzungsverhalten der Natives. Diese sehen das Internet und seine Möglichkeiten ungezwungener und lesen beispielsweise wieder vermehrt Print-Medien. Sie sind weniger beeindruckt von den Möglichkeiten und reagieren deshalb mit weniger Euphorie. Skeptisch ist der Blick auf so manche Bemühung der Industrie, mit den Natives auf ihrem Terrain zu kommunizieren.
Als ein „Stammesmitglied“ der Natives, wage ich die Prognose, dass das Internet unbestritten weiter wachsen wird, aber viele, der zur Zeit ergriffenen Maßnahmen, heiße Luft sind. Braucht wirklich jeder Tante-Ema Laden einen Twitter-Account, oder versucht man verzweifelt eine Sprache zu sprechen, die man erst im hohen Alter zu lernen versucht? – Wir werden sehn.
Differenzierter ist natürlich die Sichtweise von pr-ide, oder würde man mich sonst einen solchen Artikel veröffentlichen lassen? (Meinungsfreiheit ist auch bei pr-ide erlaubt?!)
Digital Natives zu bezeichnen, nur weil sie bei Studivz ihren account haben, halte ich im übrigen für gelinde gesagt – übertrieben. Die sog. digial natives wissen dabei nicht einmal über die digitalen Grundlagen Bescheid wie: Formatierung einer Word-Datei und haben keinen Schimmer von Formatvorlagen, Excel-Formeln oder Filtern von Daten. Was mit der heißen Luft so geblasen wird, muss man sehen. Auch Bill Gates hatte schon vermutet, dass das Internet lediglich ein Hype sei und der IBM Chef war sich sicher, dass niemand PC´s zu Hause braucht und mit 5 Stück weltweit die Marktsättigung erreicht sei…