Blogbuch Tammo Mamedi, 07.01.2010

Neh tut mir leid, icke bin nich os Berlin

Als Touri hat man es nicht leicht auf den Straßen Berlins. Es gibt immer mehr zu sehen als man Zeit hat und die Orientierung fällt zuweilen sehr schwer. Schnell habe ich gelernt, dass , wenn man sich einmal verlaufen hat, man auf sich allein gestellt ist. Die Wahrscheinlichkeit jemanden zu treffen, der weiß wo man hin muss, tendiert gen Null, ganz im Gegensatz zu der Wahrscheinlichkeit selber von Orientierungslosen verzweifelt nach dem  Weg gefragt zu werden. Wo sind die eigentlich alle, die Berliner?

Hamsterkäufe

Das erwartete Schneechaos blieb ja in Berlin aus. Auch am Samstag kam man größtenteils zügig ohne Behinderung voran.

Nur was machen wir mit den ganzen Hamstern? Es war ja nicht so einfach, den Aufforderungen zu folgen und Hamstereinkäufe zu tätigen. So schnell bekommt man die auch in der Großstadt nicht – besonders dann wenn die Massen in die Zoogeschäfte laufen, um Hamstereinkäufe zu tätigen.

Nun haben wir jedenfalls einige – wissen zwar nicht wofür die gut sind – aber bis zum nächsten Schneechaos halten die bestimmt durch… ;)

Blogbuch Tammo Mamedi, 3 – 06.01.

Aha ein Buch – wie funktioniert das nochmal?

Zurzeit befinde ich mich in einer für mich verwirrenden Lage. Zurzeit wohne ich bei Bekannten in Mahlow (weit weg), bis ich ein WG-Zimmer gefunden habe. Ich kollabierte beinahe als mir Ursel mitteilte, dass sie keinen Computer, sprich kein Internet, Zuhause hätten.

Kein Internet? Unmöglich! Nicht mal ein paar mickrige Kilobit bekam ich mit meinem Laptop zu fassen. Nun saß ich da, in einem an sich super gemütlichen Haus auf dem Trockenen. Schweißanfälle, zittrige Hände und Langeweile breiteten sich aus. Da fiel mein Blick auf die durchaus üppige Bibliothek des Hauses. Bücher?! Skepsis machte sich breit. Aber ich wagte das Downgrade vom Notebook zum Buch. Und siehe da es machte Spaß. In drei Tagen fraß ich einen Roman über Napoleons Schlachten um Wien bis auf Seite 211. Gar nicht so schlecht diese Dinger. Trotzdem frage ich mich, ob die Suche nach einem WG-Zimmer nur ein Vorwand ist und ich aus anderen Gründen bis spät abends im Büro bleibe…

Blogbuch Tammo Mamedi, 05.01.

Der Zweite wird der Erste sein: Praktikum startet

Heute hätte eigentlich mein erster Tag bei pr-ide° sein sollen. Ungeduldig wie ich bin, war es jedoch mein zweiter. Ich hatte den Montag für den Fünften gehalten und war strebermäßig einen Tag zu früh da. Peinlich aber nicht weiter schlimm.

Peinlicher und irgendwie auch schlimmer ist das S-Bahn Netz Berlins. Da anscheinend eh gerade jeder über die Dinger meckert, erspare ich mir das jetzt mal. Beruhigend finde ich bei all dem Chaos aber, dass es die BVG trotz chronischer Verspätung und Bahn-Ausfalls schafft, in so gut wie jedem Zug zu kontrollieren, ob auch brav bezahlt wurde. Das ist ein Service!!

Blogbuch Tammo Mamedi, 04.01. Ankunft in Berlin

Big City, Bright Lights

Wuppertal, mein Geburtsort, gilt laut fachlich korrekter Terminologie als Großstadt. Komisch, denn jede Seitengasse von Berlin lässt diese 300.000 Menschen Stadt klein aussehen. Jede Stadt hat ihren eigenen Charme, eine Art Zauber, eben das gewisse Etwas, das sie besonders oder einzigartig macht. Um dieses Etwas einer Stadt zu spüren, braucht man garnichtmal viel sehen oder wissen, meistens reichen die ersten paar Schritte vor die Tür des Hauptbahnhofs aus, um das Wesentliche zu erfassen. Tritt man in Wuppertal vor die Tür des Hbfs, so empfängt einen ein Tunnel in die Innenstadt, der grausiger nicht sein könnte. In Berlin blickt man durch eine imposante Glas-Stahlkonstruktion auf das Kanzleramt, den Reichstag, das Regierungsviertel. Ein Blick nach links und rechts offenbart jedoch, dass Berlin viel mehr ist. Was genau weiß ich nicht, aber ich weiß, dass ich darauf brenne, es heraus zu finden. Berlin hat mich am Hacken, mal sehen, ob ich den je wieder loswerde.

Guten Morgen Online-Werbung!

Klar, dass es in Zeiten von Wirtschaftskrise vor allem um Eines geht: Geld zu verdienen. Die Werbebranche will selbst Geld verdienen und will (nicht), dass auch die Kunden mit der geschalteten Werbung Geld verdienen und das online. Geht das? Offensichtlich stößt man gerade in den Social Media auf Grenzen von Online-Anzeigenschaltung. Denn auf einmal zählen andere Parameter: Kommunikation. Nur, Kommunikation ist schwer messbar. Das weiß die PR-Branche schon lange. Die Werber sollten sich mal mit den PRlern unterhalten. Die wissen wie das geht!

verbal vandalen

Foto Alberto Paron; sxc

Manche Firmen oder Produktnamen schaffen doch tatsächlich, als Verb in den täglichen Sprachgebrauch übernommen zu werden. Wer im Web sucht, der googelt (oder: goggelt, gockeln wäre auch schön), der andere netzt im Sozialen, es wird getwittert, mit dem Handy (wer hat bloß diesen Begriff falsch übernommen….) gesimst.
Manche hingegen schaffen es nicht: windösen will keiner, der mit dem Computer arbeitet, mäcern hört sich auch nicht so doll an. iPoddeln – hm – ginge noch.
Mal sehen was als Nächstes kommt – bis dahin wird weiter gepridelt!

Es gibt sie noch – die guten nervigen Dinge

Wer erinnert sich noch an den Siegeszug der zusätzlichen Bremsleuchten als Nachrüstsatz Ende der siebziger Jahre?
Lösten Sie doch das gehäkelte Toilettenpapierrollen-Tarnkäppchen und den Wackeldackel langsam ab. Später fingen dann die meisten Nachrüstleuchten auch an zu wackeln und hingen meistens etwas unmotiviert über der Hutablage.
Heute gibt es was Neues – und das beste ist, es gab es schon.
Die Automibilindustrie verkauft teure Zusazausstattung sozusagen zweimal – als adaptives Kurvenfahrlicht.
Das wie die göttliche DS schon vor Jahrzehnten vorgemacht hat – Kurvenfahrlicht – feiert eine Wiedergeburt. Nur wird es jetzt nicht auf mechanische Weise in wirklich mitschwenkenden Scheinwerfern realisiert – nein, das wäre ja zu teuer! Jetzt schaltet man einfach den Nebelscheinwerfer auf der Seite ein, zu der abgebogen wird – automatisch!
Ist das nicht genial? Wenn ich jemanden den Spaß daran verderben möchte, sage ich, dass mein Kurvenfahrlicht auf Wunsch permanent beidseitig permanent aktiv ist! Ganz einfach durch Einschallten der Nebelscheinwerfer!
Aber das ist natürlich nicht so cool wie das legale Fahren mit Scheinwerfern, die nur auf einer Seite leuchten. Hm – zu Zeiten des Wackeldackels hätte das, wenn nur ein Nebelscheinwerfer leuchtet, bestimmt Bußgeld gekostet