Monthly Archives: January 2010
Unsoziale Social Networks
Social Media ist DER Trend des letzten Jahres und birgt trotz großer Verbreitung noch immenses Wachstumspotenzial. Kaum ein Student ist nicht bei Studi.VZ, kaum ein Schüler nicht bei Schüler.VZ. Facebook zählt mittlerweile 7,2 Millionen Nutzer in Deutschland und es wird getwittert und gebloggt bis sich die Balken biegen. Ich persönlich bin ein großer Fan dieser Networks und freue mich schon heute auf die Entwicklung von Morgen. Langsam beschleicht mich nur das Gefühl, dass dieses Netzwerke teilweise alles andere als sozial sind. Immer mehr Menschen verbringen immer mehr Zeit vor ihren Rechnern, die sie früher mit ihren Mitmenschen verbrachten. Echte soziale Kontakte gehen zunehmend flöten oder werden eilig über Kurznachrichten und Pinnwandeinträge abgewickelt. Praktisch ist auch, dass man früh genug vor gewarnt wird, wer wann Geburtstag hat. Ein schlichtes „herzlichen Glückwunsch“ und man hat sich aller sozialen Verpflichtungen erledigt. (das hier so anzuprangern hält mich natürlich nicht davon ab, genauso zu handeln
Becausese of the snow! Endlich da wohnen, wo andere Urlaub machen wollen
Vor zwei Wochen schrieb mir meine Cousine aus Israel. Sie fragte, ob ich eventuell einer Freundin von ihr, die mit ihrem Freund Berlin besucht, etwas von der Stadt zeigen könne. Selbstverständlich setzte ich mich mit den beiden via Internet in Verbindung und als ich sie fragte, warum sie gerade Berlin besuchen wollten, antworteten sie doch tatsächlich: „because of the snow“ ?!?! Kaum zu glauben, dass Menschen das sonnige Israel verlassen, um in Berlin bei -16 Grad zu (er)frieren. Naja ich fürchte die beiden Sonnenverwöhnten werden ihre Lektion lernen, wenn ich sie durch die Sehenswürdigkeiten scheuche. Vielleicht haben sie ja Mitleid und nehmen mich dann nach Israel mit, dorthin wo die Orangen blühen und die Sonne scheint.
Pfandautomaten
An die Geldstücke im Einkaufswagen habe ich mich langsam gewöhnt – immerhin gibt es jetzt auch schon welche die nicht nur 1 Euro Münzen nehmen – auf den der auch EC Karten akzeptiert werden wir wohl noch warten müssen.
Fürchterlich bleiben hingegen Pfandflaschen Automaten. Diese gibt es meisten in 2 Betriebzuständen, ohne Warteschlange davor und wegen gefülltem Leergut-Container nicht betriebsbereit – oder Betriebsbereit und mit einer Warteschlange davor. Stelle ich mich an und komme an die Reihe passiert was? Genau – das Gerät schaltet um auf den erst geschilderten Fall..
Also dann doch wieder die Pfandnotaufnahme im Supermarkt meiner Wahl aufsuchen – Klingeln, Klopfen oder Rufen und dann 20 Minuten später die Flaschen von der genervten Kassiererin abnehmen lassen. ich ertappe mich immer häufiger dabei eben aus diesen Gründen umweltunfreundliche Einwegbehältnisse zu wählen. Hm – ob dies der Hauptgrund für die Erfindung der Automaten war? Gesponsort von der Getränkeflaschen Industrie? Wer weiß…
Bis das gelöst ist kann man ja zum Ausgleich ein kleines Vermögen machen – wie wird hier im Film gezeigt.
Leipzig und so Allerlei…
Hallo an alle lesenden/lebenden und/oder frierenden Blogleser
Da dachte ich doch, ich schau nach längerer Zeit mal wieder in den Blog und sollte vielleicht nicht ohne ein paar Worte wieder unerkannt verschwinden.
In Leipzig gibt einem das Leben keine Kirschen zu essen. Es setzt es sich höchstens aufs Dach um Passanten die Kerne auf den Kopf zu spucken. Der Winter ist hart und selbst die Streusalzbeutel bleiben lieber drinnen im heimeligen Wohnzimmer. Und dann erdreistet sich die Tram doch neulich und bleibt zehn meter vor der Haltestelle stehen. Da heißt es für den armen Studenten: Laufen, bis die Zehen blau werden! Soviel zu Daisys One-Night-Stand mit den LVB.
Aber ansonsten lebt sichs hier gut! Chinesen gibt es in Hülle und Fülle und auch eine gute Dönerfertigung direkt vor der Tür! Das ist doch das Wichtigste im Leben!
Also: Gruß an den fleißigen Praktikanten und alle pride-Mitarbeiter!
Max
Blogbuch Tammo Mamedi, 15.01.
Ganze zwei Wochen friste ich jetzt schon in unserer schönen Hauptstadt. Ungewöhnlich leicht und schnell habe ich mich eingelebt. Ich glaube, dass ist eine der vielen Qualitäten Berlins. Vermeintliche Highlights wie der Prenzlauerberg und Kreuzberg fehlen mir auf meiner Strichliste zwar noch, trotzdem habe ich schon das Gefühl eine ganze Menge von Berlin gesehen zu haben und zu kennen. Absurd weil ich genau weiß, dass das ein Trugschluss ist. Naja, ich freue mich jedenfalls schon auf meine Wiederkehr aus Wuppertal in einer Woche und darauf, dann bald auch verkünden zu können:“Ich bin ein Berliner“
Blogbuch Tammo Mamedi, 14.01.
Rechtschreibung geißelt die Jugend!
Ja mein Goot es ist aber auch kommpliziert. Wieder mit „ie“ und Widerstand ohne, wahrum?? Auch nach 13 Jaaren Schuhle mit einem zweier oder war es Zweier-Schnitt in Deutsch (Leistungskurs!), bin ich mit meinen beinaaae 20 Jahren noch weit davon entfernt, eine sichere und Fehler freie oder ist es fehlerfraie Rechtschreibung zu haben. Aber ich kann mich trösten, isch binn nicht der E/einzige mit diesem Deffizit. Vielleicht liehgt diehse kollecktiewe Reschtschreibschwäsche meiner Genäration an dem anarchistischen/m Wörter Gehackten, das wir Tschätten nennen. Groß und K/klein-Schreibung giebt es hier länkst nicht mehr und die Mühe, Wörtergewörre wie „schalgesanhe“(Schlagsahne) zu korrigieren macht sisch auch niehmand. Warum auch, wir verstehen unz.
Wieiviel Rechtschreibefehler befinden sich im Teckst?
Blogbucheintrag Tammo Mamedi, 13.01.
Blogbuch Tammo Mamedi, 12.01.
Wir haben die Hosen voll! Wir haben Angst vor der Zukunft, denn sie wird uns als mörderisch und aussichtslos dargestellt, als unausweichlich grausam und in jeder Hinsicht negativ. Wir haben Angst vor dem Klimawandel, wir haben Angst vor Arbeitslosigkeit (mal ganz abgesehen von der Angst überhaupt keine Ausbildung zu finden), wir haben Angst vor der Staatsverschuldung, Angst vor Amokläufen, Angst vor Terroristen, Angst vor der Schweinegrippe und Angst vor Ausländern und Nazis. Die Angst wird uns jeden tag von den Medien eingetrichtert.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Angst uns bewusst gemacht wird. Es scheint mir beinahe so, als wäre jemand der Ansicht, eine Generation, die dem Untergang in die Augen sieht, arbeitet fleißiger, um ihn abzuwenden. Im Gegensatz zu unserer Eltern-Generation sind wir einem enormen Druck ausgesetzt, der durch die miese Lage des Arbeitsmarktes und dem erhöhten gesellschaftlichen Wert von materiellem Besitz und Geld entsteht. Besonders bedenklich finde ich aber vor allem, wie wir unsere Mitschüler, Mitbewerber, Kollegen sehen sollen. Zusammengehörigkeitsgefühl und Solidarität werden durch Konkurrenzkampf und Neid abgelöst. Das Ausstechen von Mitmenschen lernen wir schon in der Schule, bedingt durch Bewertungssysteme oder durch das Zentralabitur.
Ich fürchte nur, dass, wenn wir die Probleme, also unser Päckchen, überhaupt tragen sollen, dann gelingt uns das nur gemeinsam!
Blogbuch Tammo Mamedi, 11.01.
Großartige Unterhaltung, packende, spannende Geschichten, rührende Schicksale und Dramen die näher am Zeitgeist liegen als jeder Internetdienst – all das bietet die Berliner S- und U-Bahn.
Wer auf der Suche nach kuriosem und haarsträubendem ist, wird nach spätestens 10 Minuten Bahn fündig. Am Samstag durfte ich Zeuge eines Paradebeispiels dieses Gesellschaftsspiegels werden.
Gegen halb 6 saßen ich und ein Freund aus NRW in der Bahn, zermürbt durch die Nacht im Fritz Club. Gegenüber von uns saß ein Mann, der nach und nach an die 10 Plastiktüten mit Pfand und anderem Gedöns in die Bahn packte. Als er sein Sammelsurium nur kurz aus den Augen ließ, stellte sich ein anderer Vogel neben die Tüten, guckte über die Schulter, schnappte sich eine und floh mit seiner Beute. Der Beraubte versuchte zwar noch ihn fluchend und um Hilfe rufend einzuholen, entschied sich dann aber doch lieber dafür seinen verbliebenden Schatz zu bewachen.
Absolut sprachlos guckten wir durch den Zug, ein lässig auf zwei Plätzen sitzender Türke traf unsere Blicke und kommentierte das ganze teilnahmslos mit: „Berlin“.


